600 Jahre Rödigen – 10 Jahre Projektarbeit am Kolleg

By kollegiat, September 26, 2015

Es wissen schon nur noch die wirklich Alteingesessenen und auch manche von denen haben es nicht bemerkt: An unserer Schule wurde die Geschichte eines 100-Seelen-Dorfes in der Nähe von Jena erforscht. Selbst die Kollegiaten, die im Jahre 2005 zum ersten mal Einblick in staubige Akten voriger Jahrhunderte nahmen, hätten es sich nicht träumen lassen, dass die damals begonnene Arbeit sage und schreibe zehn Jahre später in einem Abendvortrag zur 600 Jahrfeier des Dorfes endet.

2005, 2007 und 2011 wurden jeweils Projekte zur Lokalgeschichte durchgeführt. Sensationelle Entdeckung in den Akten von 1655 bis 1815 war zunächst ein Dorfsiegel aus dem Jahre 1764. In siegel_kleinweiteren Dokumenten aus dem 18. Jahrhundert belegten wir die Verwaltung des Dorfes durch den deutschen Orden bis 1806. Die urkundliche Ersterwähnung wurde erst zwischen den ersten beiden Projketwochen endgültig geklärt. Im Thüringer Staatsarchiv in Weimar fanden wir eine Urkunde vom 3.10.1415. Sie gilt bis heute als die älteste genau datierte Erwähnung von Rödigen, obwohl seit der letzten Projektwoche im Jahre 2013 immer wieder Zweifel aufkommen. In dieser (vorerst?) letzten Aktivität zu diesem Thema im Kolleg wurde mit Abbildung1nicht von jedem verstandenem immensen Fleiß versucht, alle vorliegenden Akten zu digitalisieren. Es blieb leider keine Zeit mehr, diese Digitalisate zu kategorisieren, die Originale entsprechend zu erfassen und sortiert abzulegen. Diese Arbeit übernehmen derzeit der Lehrer, der die Projekte geleitet hat, in Zusammenarbeit mit einem Heimatforscher aus Stiebritz (in der Nähe von Rödigen). Eine weitere Projektarbeit zum Thema wäre denkbar, allein um die spannende Frage zu klären, ob in einer Urkunde von 1322 mit dem Eintrag „Rode“ nicht doch Rödigen gemeint ist. Dann ginge es in sieben Jahren auf zur 700-Jahrfeier. Rödigen wäre in einer Reihe mit Großstädten wie Leipzig und Nachbardörfern wie Closewitz, die alle ihre Ersterwähnung im Laufe der Forschungen z.T. mehrfach korrigieren mussten.

Es bleibt spannend!

Der „Kanter“ im Namen aller Beteiligten

 

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