Auf manche Argumente sollte man vielleicht doch schnell reagieren

By Schreibender Kollegiat, Februar 14, 2016

Wir lasen in der TLZ zur geplanten Schließung des Kollegs:

Der Sprecher des Bildungsministeriums bestätigte die Pläne und nannte drastisch sinkende Schülerzahlen als Grund. „Hier geht es um das Geld des Steuerzahlers“, sagte Gerd Schwinger. Die Zahl der Schüler nahm in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich ab. Waren es im Schuljahr 1992/93 noch 226 Schüler, so verringerte sich deren Zahl im Schuljahr 2002/03 bereits auf 174. Vor zwei Jahren sackte die Zahl erstmals unter 100, derzeit besuchen 68 junge Frauen und Männer das Kolleg. Ihnen gegenüber stehen zwölf Lehrer, Beamte und Angestellte.

Hier wird der Eindruck erweckt, als würde durch die Beschäftigung von zwölf Lehrkräften unzulässig viel Steuergeld ausgegeben. Abgesehen davon, dass dies gar nicht eingespart werden kann, weil man auch nach einer Schließung die Lehrer weiter beschäftigen würde, sind diese Lehrer heute, wie in den letzten 20 Jahren, entsprechend der in Thüringen gültigen Regelungen beschäftigt. Falls durch die aktuelle Schülerzahl dem Kolleg nicht soviel Stunden zur Verfügung gestellt werden konnten oder aktuell können, um alle 12 Lehrer voll zu beschäftigen, erfolgte und erfolgt ein entsprechender Einsatz in anderen Schulen. Damit wird sogar eine sonst erforderliche Einstellung zusätzlicher Lehrer vermieden.

Es werden selbst bei noch geringeren Schülerzahlen keine Personalkosten eingespart.

Es mutet zudem seltsam an, wenn man zur Unterstützung seiner Argumentation mit falschen Zahlen arbeitet. Diese Zahlen stammen aus einem Papier der thüringer CDU-Regierung aus dem Jahre 2013:
Im Abschnitt 17.1.10  unter der Überschreift „Staatliches Thüringenkolleg“ auf Seite 94 wurden die Zahlen erstmals veröffentlicht und sind inzwischen als falsch erkannt.

Weshalb werden solche Zahlen noch drei Jahre später immer noch verwendet?

 

One Comment

  1. Felix sagt:

    Sehr gut, dass es weiter geht!

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