Der erste Mai auf dem Weimarer Marktplatz

By kollegiat, April 30, 2015

Am 1. Mai 2006 (wenn es jemand besser weiß, bitte melden) tauchte zwischen den Ständen der politischen Parteien und der Gewerkschaft plötzlich eine Truppe auf, von der bis heute hartnäckig behauptet wird, dass sie in Weimar keiner kennt. Ich zumindest weiß nicht mehr, wer die Idee hatte, ich war es mit Sicherheit nicht. Auch habe ich keine gesicherten Daten (Bilder, Zeitungsartikel, Blogbeiträge o.ä.), aus denen hervorgeht, ob wir da 2007 und 2008 noch mal zu sehen waren. Dokumentiert sind unsere Auftritte 2011, 2012 und wohl auch 2013. Im Jahr 2014 waren Ferien, trotzdem hatten wir, egal wie oft wir nun nacheinander dort waren, eine Tradition begründet und diese durch die Nichtteilnahme unterbrochen. Auf ein neues dachte ich dieses Jahr und bewarb die Initiative im Unterricht, auf der Website, bei Facebook, in Pausengesprächen, bei Besprechungen zur Vorbereitung der Projektwoche, in Schülerredaktionssitzungen. Schließlich griff ich noch zum Doodle, weil ich genau wissen wollte, wer sich diesmal bereit findet. Als letztes Mittel stellte ich einen B eitrag in das Nachrichtenforum unserer Moodleplattform. Nunmehr sehe ich mich gezwungen, die Veranstaltung abzusagen.

Für mich persönlich steht damit fest, dass der Vereinsvorsitzende wohl auch nicht genügend Enthusiasmus haben wird, im nächsten Jahr einen erneuten Versuch zu wagen. Es bewahrheitet sich der Spruch, wenn man jemanden fördern will braucht „es“ drei Voraussetzungen bzw. Personenkreise: Einen, der gefördert werden will, einen der fördern läßt und einen der fördert. Wenn nur letzteres noch erfüllt scheint, kann ich nur den Tod einer weiteren Tradition konstatieren.

Ich zitiere mit ganz leichtem Groll aus einem Blogbeitrag vom Februar 2015:

By Artikel Schreiber, 24. Februar 2015

Was tun, wenn das Thüringenkolleg Weimar keinen Zulauf mehr erhält? Natürlich Werbung gestalten, veröffentlichen und verbreiten. Und wie?

Die Schüler des Thüringenkolleg Weimar ergreifen die initiative. Wir wollen Radiosendungen gestalten, persönlich an die Berufsschule gehen und mit ständen in der Stadt stehen und auf die Leute zugehen. Ob es was bringt wird die Zeit uns zeigen.

“Initiative ergreifen heißt, das Richtige tun, ohne das es angeordnet und erklärt werden muss.”

Elbert Hubbard

2 Comments

  1. Doc Anonymus sagt:

    2006 ist korrekt, ebenso, dass es hernach eine Weile diese Institution nicht mehr gab (schließlich war das Initialengagement ja problemgebunden und das ursprüngliche Problem zumindest eine Weile nicht mehr akut genug).
    Spannend wäre ja, ob es eine ausreichende Sensibilisierung für die Notwendigkeit der (von mir ja schon in jeder Bloginstallation seit Jahren angemahnten) Außendarstellung und Außenwahrnehmung des Kollegs als städtische Institution gegeben hat – klar, dass das Interesse, sich an einem Feiertag auf den Weimarer Marktplatz zustellen, überschaubar ist, wenn man nicht so recht weiß, wofür.
    Zudem soll es wohl in Weimar auch regnen am 1. Mai. Also hat das sein Gutes: Die Kollegiaten (aktuelle wie kommende) werden zumindest am nämlichen Freitag nicht im Regen stehen….
    (Wer die Schwarzmalerei im letzten Satz erkennt, darf sich einen Lolli abholen)

    Es grüßt mit seiner Premiere im neuen Blog – der Doc.

  2. Detlef Wagner sagt:

    Es hat sich eventuell herumgesprochen(wenn auch nicht bis zu dem selbsternannten Doc -leider habe ich diesen anonymen Kommentator erst nach dem Entwurf dieses Kommentars bemerkt), dass wir doch noch auf dem Marktplatz waren.

    Wer die Entwicklung (deshalb) als Durcheiander gekennzeichnet hat, kann gern erklären, wie man es unter den gegebenen Umständen besser hätte machen sollen. Was ist eigentlich besser? Bei der Absage, so traurig das allein schon war, zu bleiben, obwohl sich in der Walpurgisnacht noch ein zuversichtsträchtiger Facebookdialog entspann oder hätte man gar nicht erst den Versuch beginnen sollen?
    Aus meiner Sicht: Dann schon lieber etwas Hin und Her in Kauf genommen, oder?

    Wir danken den fleißigen, wenn auch bedauerlich wenigen Helfern und allen Besuchern.

    Detlef Wagner
    Fördervereinsvorsitzender

    (Eine Wiederholung unter gleichen Bedingungen erscheint mir ausgeschlossen)

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